HandwerksManufaktur
Start
Leistungen
Über uns Kostenloses Beratungsgespräch
Social Media

Muss ich als Handwerker auf Instagram und Facebook sein?

Nein, du musst nicht jede Woche posten. Was ein Profil für Kunden und Bewerber leisten sollte und wann Anzeigen mehr bringen als Beiträge.

Noah SeelauNoah Seelau · Gründer, seit 2019 nur HandwerkAktualisiert 29.09.20267 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Selbst posten musst du nicht. Ein Profil solltest du trotzdem haben und aktuell halten, weil empfohlene Kunden und Bewerber dort nachschauen. Für neue Kunden und neue Mitarbeiter bringen Anzeigen auf Facebook und Instagram im Umkreis oft mehr als regelmäßige Beiträge. Dafür reicht eine Facebook-Seite als Absender.

56 %
der Handwerksbetriebe sind auf Social Media präsent oder werben dort. 44 % sind es nicht.Quelle: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks 2025
32 von 324
Gesprächen mit Betrieben, in denen Inhaber Social Media selbst ansprachen, oft mit einem klaren Nein.Quelle: Eigene Auswertung, 324 Gespräche mit Betrieben, 2026
25
Bewerbungen in vier Wochen über Anzeigen bei Erwin Schmidt & Sohn, Stelle besetzt. Einzelfall, kein Versprechen.Quelle: Fallstudie Erwin Schmidt & Sohn

Musst du als Handwerker auf Instagram und Facebook sein?

Selbst posten musst du nicht. Gut die Hälfte der Handwerksbetriebe ist laut Bitkom auf Social Media präsent oder wirbt dort, 44 % sind es nicht, und auch ohne Beiträge kann ein Betrieb gut ausgelastet sein. Wichtig ist etwas anderes: Gibt es ein Profil von dir, darf es nicht verlassen aussehen.

In unseren Gesprächen sprachen Inhaber das Thema in 32 von 324 Gesprächen selbst an, oft mit einem klaren Nein. Das verstehen wir. Wer den ganzen Tag auf der Baustelle steht, hat abends keinen Kopf für Beiträge und Kommentare.

Die Frage ist deshalb weniger, ob du posten musst. Sie lautet: Wer schaut sich dein Profil an, was sieht er dort, und wie erreichst du Leute, die dich noch nicht kennen? Darauf gibt es Antworten, die ohne einen wöchentlichen Beitrag von dir auskommen.

„Ich bin nicht der Internetmensch. Ich mache auch kein Facebook, und Instagram mache ich sowieso nicht.“

Inhaber, SHK-Betrieb, Oberbayern

Wer schaut sich dein Profil überhaupt an?

Vor allem zwei Gruppen: Kunden, denen du empfohlen wurdest, und Leute, die sich bei dir bewerben wollen. Beide suchen dort keine Unterhaltung. Sie wollen sehen, ob es dich gibt, wie deine Arbeit aussieht und wer bei dir arbeitet. Ein leeres oder altes Profil wirft bei beiden Fragen auf.

Empfehlungen bleiben für die meisten Betriebe der wichtigste Weg zu neuen Kunden. Wer empfohlen wird, schaut trotzdem nach, am Handy, oft abends. Findet er dort Bilder aus deinem Betrieb, bestätigt das die Empfehlung. Mehr dazu im Artikel Kunden kommen über Empfehlung: wozu noch eine Website?

Bei Bewerbern wiegt das Profil noch schwerer. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schätzt rund 250.000 offene Stellen im Handwerk, laut KOFA gibt es in 59 von 115 Handwerksberufen einen Fachkräfteengpass. Ein Geselle, der wechseln will, hat die Wahl. Bevor er anruft, schaut er, wie es bei dir aussieht.

250.000
offene Stellen im Handwerk, geschätzt.Quelle: ZDH, Fachkräftesicherung, 2026
59 von 115
Handwerksberufen hatten 2025 einen Fachkräfteengpass.Quelle: KOFA / IW Köln, 2026

„Die jungen Leute schauen, bevor sie mit irgendjemandem reden, schneller ins Internet. Und das ist jetzt vielleicht bei meiner Seite nicht so ansprechend.“

Inhaber, Zimmerei, Oberbayern

Was bringen Beiträge, was bringen Anzeigen?

Beiträge sehen vor allem Leute, die dir schon folgen, also meist Stammkunden und die eigenen Mitarbeiter. Anzeigen sehen Leute in deinem Umkreis, die dich noch nicht kennen. Für neue Kunden und neue Mitarbeiter bringen deshalb Anzeigen meist mehr, Beiträge halten das Profil lebendig.

Für Anzeigen brauchst du keinen Posting-Plan. Du brauchst eine Facebook-Seite als Absender, ein paar gute Bilder oder einen kurzen Film aus dem Betrieb und einen klaren Umkreis. Eine Anzeige kann dann auf Facebook und Instagram gleichzeitig laufen, gesteuert über dasselbe Werbekonto bei Meta.

Ein Beispiel: Bei Erwin Schmidt & Sohn kamen über Anzeigen auf Facebook und Instagram 25 Bewerbungen in vier Wochen, die Stelle ist besetzt. Das ist ein Einzelfall und kein Versprechen für deinen Betrieb. Er zeigt aber, dass es dafür kein Profil mit hunderten Beiträgen braucht. Wie das bei Bewerbern läuft, steht auf der Seite Mitarbeitergewinnung.

Drei Wege im Vergleich
Selbst postenAnzeigen im UmkreisProfil nur pflegen
Aufwand für dichjede Woche Zeit für Bilder, Text und Antwortenein Drehtag und Freigabenein paar Bilder im Quartal, Daten aktuell halten
Wen du erreichstvor allem Leute, die dir schon folgenLeute im Umkreis, die dich noch nicht kennenwer gezielt nach dir sucht
Wofür es taugtBekanntheit im Ort und bei Stammkundenneue Kunden und Bewerbungeneinen guten Eindruck beim Nachschauen
Was es kostetvor allem deine ZeitWerbebudget an Meta und die Erstellungkaum Geld, etwas Zeit

Was brauchst du mindestens, wenn du keine Zeit für Social Media hast?

Eine Facebook-Seite und ein Instagram-Profil mit Logo, Telefonnummer, Link zur Website und ein paar aktuellen Bildern aus dem Betrieb. Dazu einmal im Quartal ein Blick darauf, ob alles noch stimmt. Das ist schnell erledigt und reicht, damit niemand denkt, deinen Betrieb gibt es nicht mehr.

  • Profilbild. Dein Logo, gut lesbar auch in klein.
  • Kurzbeschreibung. Gewerk und Umkreis in einem Satz, dazu Telefonnummer und Link zur Website.
  • Sechs bis neun Bilder. Team, Fahrzeuge, fertige Projekte. Wer keine hat, liest den Artikel über den Fotografen für Handwerker.
  • Ein Bild zur offenen Stelle. Suchst du Leute, gehört ein Beitrag dazu ganz nach oben.
  • Nachrichten. Schalte Benachrichtigungen aufs Handy, damit keine Anfrage wochenlang liegen bleibt.

Ist dein letzter Beitrag Jahre alt, räum auf: alte Aktionen löschen, aktuelle Bilder rein. Ein kleines, gepflegtes Profil macht einen besseren Eindruck als ein großes, das seit Jahren stillsteht.

Welche Beiträge funktionieren für einen Handwerksbetrieb?

Beiträge, die zeigen, was bei dir passiert. Ein kurzer Clip von der Baustelle, ein Projekt vorher und nachher, einer aus dem Team, der in 20 Sekunden erzählt, was er macht, und eine fertige Arbeit mit ein paar Sätzen vom Kunden. Mehr Ideen braucht es für ein ganzes Jahr nicht.

  • Baustellen-Clip. Ein paar Sekunden aus der laufenden Arbeit, mit dem Ton der Baustelle.
  • Vorher und nachher. Zwei Bilder aus demselben Winkel, dazu ein Satz, was gemacht wurde.
  • Einer aus dem Team. 20 Sekunden: wer er ist, was er macht, wie lange er schon dabei ist.
  • Fertige Arbeit. Das Projekt und, wenn der Kunde zustimmt, ein Satz von ihm.

Sprüche und Bilder aus dem Katalog bringen dagegen wenig. Sie sehen aus wie bei jedem anderen Betrieb und sagen nichts über deinen. Wer durch dein Profil scrollt, soll deine Leute und deine Arbeit wiedererkennen.

Dreh im Hochformat, so füllt das Bild den Handybildschirm. Und wer unter einem Beitrag eine Frage stellt, bekommt am selben Tag eine Antwort. Das sehen auch alle anderen, die später vorbeischauen.

Wann lohnt es sich, dass jemand dein Profil betreut?

Wenn du regelmäßig Bewerber suchst, Anzeigen schaltest oder viel Material aus dem Betrieb hast, lohnt sich eine Betreuung. Dann laufen Profil und Anzeigen zusammen: Wer über eine Anzeige kommt und ein volles Profil mit Bildern aus deinem Betrieb sieht, meldet sich eher.

Eine Betreuung heißt nicht, dass du jeden Tag vor die Kamera musst. Es reicht ein Drehtag im Quartal, aus dem Beiträge für drei Monate entstehen.

Dazu kommen Bilder, die deine Leute mit dem Handy von der Baustelle schicken, oft sind das die besten. Du gibst die Beiträge frei, mehr nicht. So beschreiben wir es auf der Seite Social Media.

Für manche Betriebe lohnt sich das nicht, und das sagen wir dann auch. Wer genug Kunden und Leute hat, fährt mit einem gepflegten Profil ohne Beiträge gut. Wer weder Kunden noch Mitarbeiter sucht, spart sich das Geld.

Wer selbst nicht ins Bild will, muss es nicht. Dein Vorarbeiter oder das Team können genauso sprechen. Kunden und Bewerber wollen vor allem sehen, wer bei dir arbeitet.

Noah Seelau

Frag Noah direkt

Eine Frage zu „Muss ich auf Instagram“, die hier nicht beantwortet ist? Drei kurze Schritte, Noah ruft dich zurück.

Deine FrageSchritt 1 von 3

🔒 Keine Sorge: Es gibt keine Newsletter-Anmeldung. Deine Daten gehen an niemanden weiter.

Häufige Fragen

Muss ich selbst vor die Kamera?

Nein. Es hilft, weil Kunden und Bewerber gern sehen, wer den Betrieb führt. Wer nicht will, lässt den Vorarbeiter oder das Team sprechen.

Reicht Facebook, oder brauche ich auch Instagram?

Für Anzeigen laufen beide über dasselbe Werbekonto bei Meta, eine Anzeige kann auf beiden erscheinen. Ein Profil auf beiden schadet nicht. Wichtiger ist, dass keins verlassen aussieht.

Wie oft sollte ich posten, wenn ich es selbst mache?

Lieber selten und regelmäßig als viel und dann monatelang gar nicht. Ein Beitrag pro Woche reicht, damit ein Profil lebendig wirkt.

Darf ich Fotos von der Baustelle beim Kunden posten?

Frag den Kunden vorher, vor allem bei Bildern aus seinem Haus. Hausnummer und Autokennzeichen gehören nicht aufs Bild. Das ist keine Rechtsberatung.

Bringen Beiträge neue Kunden?

Selten direkt. Beiträge sehen vor allem Leute, die dir schon folgen. Neue Kunden im Umkreis erreichst du schneller über Anzeigen, das Profil sorgt dabei für den ersten Eindruck.

Quellen

  1. Bitkom: Digitalisierung des Handwerks 2025, Studienbericht (n = 504), 2025 · bitkom.org
  2. ZDH: Fachkräftesicherung im Handwerk, 2026 · zdh.de
  3. KOFA / IW Köln: Fachkräftesicherung im Handwerk, KOFA Kompakt 7/2026, 2026 · iwkoeln.de
  4. HandwerksManufaktur: Fallstudie Erwin Schmidt & Sohn; eigene Auswertung von 324 Gesprächen mit Betrieben, 2026
Direkt fragen · Muss ich auf Instagram

Lohnt sich Social Media für deinen Betrieb?

In 30 Minuten schauen wir uns deine Profile an und sagen dir, ob Beiträge, Anzeigen oder ein gepflegtes Profil bei dir am meisten bringen.

+49 8194 7174990 info@handwerksmanufaktur.digital

Potenzial durchrechnen

Was fehlt dir gerade?