Die meisten guten Gesellen haben einen Job und suchen nicht aktiv. Du findest sie, wenn deine Stelle dort auftaucht, wo sie abends ohnehin schauen: als Anzeige auf Instagram und Facebook im Umkreis von rund 30 Kilometern, mit Bildern aus deinem Betrieb und einer Bewerbung, die zwei Minuten dauert. In einem Fall kamen so 25 Bewerbungen in vier Wochen.
Warum bewirbt sich bei dir keiner auf die offene Stelle?
Weil die Leute, die du suchst, fast alle schon einen Job haben. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schätzt rund 250.000 offene Stellen im Handwerk. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft zählt für 2025 in 59 von 115 Handwerksberufen einen Engpass, in 35 davon seit mindestens zehn Jahren.
Wer gut ist, wird selten arbeitslos. Er schraubt bei einem anderen Betrieb, oft ein paar Orte weiter, und schaut abends keine Stellenportale an. Wechseln würde er trotzdem, wenn ihm das passende Angebot vor die Augen kommt, etwa ein kürzerer Weg zur Arbeit oder ein Team, in dem er sich wohler fühlt.
In unseren Erstgesprächen ist das eines der häufigsten Themen. In 68 von 324 Gesprächen, die wir 2026 ausgewertet haben, spricht der Inhaber selbst die Suche nach Personal an, etwa so oft wie den Preis. Viele davon waren Heizungs- und Sanitärbetriebe, weil wir dort besonders viel telefonieren.
Beim Nachwuchs sieht es nicht besser aus. Laut ZDH bleiben im Handwerk jedes Jahr im Schnitt rund 20.000 Ausbildungsplätze frei. Wer heute keinen Lehrling findet, dem fehlt in drei, vier Jahren der Geselle, den er dann auf dem Markt suchen muss.
„Ich brauche keine Arbeit. Ich brauche Leute.“
Inhaber, Heizung und Sanitär, Oberbayern
Wo erreichst du Gesellen, die gar nicht suchen?
Du erreichst sie am Handy, auf Instagram und Facebook, wo sie abends ohnehin unterwegs sind. Die Stelle läuft dort als Anzeige, und zwar nur im Umkreis um deinen Betrieb, bei uns meist rund 30 Kilometer. So sieht sie der Monteur, der zehn Minuten entfernt wohnt. Wer 90 Kilometer fahren müsste, bekommt sie gar nicht erst angezeigt.
Neu ist der Kanal für viele Betriebe nicht. Laut Bitkom sind 56 Prozent der Handwerksbetriebe auf Social Media vertreten oder werben dort. Ob dort Fotos vom Firmenjubiläum stehen oder eine Anzeige für genau die Stelle läuft, die du besetzen willst, macht den Unterschied.
Die Homepage allein findet keine Mitarbeiter. Einem Metallbauer habe ich das im Gespräch so gesagt: „Nur über die Webseite Mitarbeiter zu finden, ist nicht der gezielteste Weg, weil man für die Mitarbeitergewinnung eine Reichweite braucht.“ Gebraucht wird sie trotzdem, denn wer sich bewirbt, schaut vorher nach, wer ihr seid. Warum die klassische Anzeige so wenig bringt, steht im Artikel Stellenanzeige bringt nichts.
| Weg | Wen du erreichst | Was du dafür tust |
|---|---|---|
| Stellenportal | Leute, die gerade aktiv eine Stelle suchen | Anzeige bezahlen und warten |
| Aufkleber am Firmenwagen | Wer an der Ampel hinter dir steht | Einmal drucken lassen |
| Stelle auf der eigenen Homepage | Wer deinen Betrieb schon kennt und nachschaut | Seite aktuell halten |
| Deine Leute fragen | Bekannte und frühere Kollegen deiner Mitarbeiter | Regelmäßig nachfragen |
| Anzeige auf Instagram und Facebook im Umkreis | Auch Monteure, die gar nicht suchen | Bilder aus dem Betrieb, Budget, schnell zurückrufen |
Was muss in die Anzeige, damit ein Monteur sich meldet?
In die Anzeige gehören deine Leute, dein Ort und eine Bewerbung, die in zwei Minuten erledigt ist. Ein Monteur entscheidet in wenigen Sekunden, ob ihn das anspricht. Stockfotos mit weißem Helm wischt er weg, das Team vor der eigenen Halle schaut er sich an.
- Beruf und Ort in der ersten Zeile. „Anlagenmechaniker in Landsberg“ versteht jeder, „Verstärkung gesucht“ niemand.
- Fotos und ein kurzer Clip aus deinem Betrieb. Ein Kollege, der in 20 Sekunden erzählt, wie der Tag läuft, sagt mehr als jeder Werbetext.
- Was bei dir anders ist. Schreib nur, was stimmt, etwa ein eigenes Fahrzeug oder früher Feierabend am Freitag.
- Bewerbung ohne Anschreiben. Vier kurze Fragen reichen: Wohnort, Führerschein, Erfahrung und ab wann er wechseln kann. Wer nicht passt, fällt dabei gleich raus.
- Ein Name und eine Telefonnummer. Der Bewerber will wissen, wer ihn zurückruft.
Danach zählt Tempo. Wer sich abends bewirbt, sollte am nächsten Tag einen Anruf bekommen, denn er hat noch einen Job, und nach einer Woche ohne Antwort ist sein Interesse meist weg.
Im ersten Telefonat gehst du die vier Antworten aus der Bewerbung kurz durch und lädst zum Probearbeiten ein, wenn es passt. Ein halber Tag auf der Baustelle zeigt beiden Seiten mehr als jedes Gespräch im Büro. Wie du deine Mannschaft vor die Kamera bekommst, steht im Artikel Fotograf für Handwerker.
Was haben andere Betriebe mit Anzeigen im Umkreis erreicht?
Bei Erwin Schmidt & Sohn in Sindelfingen kamen in vier Wochen 25 Bewerbungen auf eine Stelle als Anlagenmechaniker im Kundendienst, die Stelle ist besetzt. Vorher hatte der Familienbetrieb es mit QR-Aufklebern auf den Firmenwagen und der Stelle auf der eigenen Homepage versucht. Das ist ein Einzelfall und kein Versprechen für deinen Umkreis.
Ähnlich lief es bei weiteren Betrieben, jeweils mit einer Anzeige im Umkreis und Filterfragen vor der Bewerbung. Auch Stellen außerhalb der Werkstatt waren dabei. Alle Fälle mit Film stehen auf unserer Seite zur Mitarbeitergewinnung.
| Betrieb und Stelle | Bewerbungen | Was dazu gehört |
|---|---|---|
| Erwin Schmidt & Sohn, Anlagenmechaniker Kundendienst | 25 in vier Wochen | Stelle besetzt |
| Heizungs- und Sanitärbetrieb westlich von München, Anlagenmechaniker | 35 | 16 davon mit Berufserfahrung |
| Baustoff- und Tiefbaubetrieb in Oberbayern, LKW-Fahrer | 25 | 16 davon mit passendem Führerschein |
| Senftleben Haustechnik, Buchhaltung | 21 in 18 Tagen | Stelle im Büro |
| Technikbetrieb bei München, Bürokraft | über 100 in vier Wochen | eine einzige Stelle |
„Wir haben nur nicht gedacht, dass es so viele sind.“
Erwin Schmidt & Sohn GmbH, Sindelfingen
Was kannst du als Betrieb gleich morgen ändern?
Fang mit dem an, was nichts kostet: deine offene Stelle sichtbar machen und die Bewerbung leicht. Diese Punkte schaffst du an ein, zwei Abenden.
Auch wenn gerade nichts brennt, lohnt sich das. Von 13 Betrieben, bei denen wir es im Erstgespräch gezielt abgefragt haben, suchten 3 dringend, 4 weitere würden jemanden Passenden sofort nehmen. Die Stelle ist also oft offen, nur steht sie nirgends.
- Frag deine Leute, wen sie aus dem Verein oder aus früheren Betrieben kennen, der wechseln würde.
- Öffne deine Homepage am Handy und such die offene Stelle. Findest du sie nicht mit zwei Klicks, findet sie ein Bewerber auch nicht.
- Mach fünf Fotos von deinem Team auf der Baustelle und in der Werkstatt. Frag vorher, wer drauf will.
- Streich das Anschreiben aus der Bewerbung. Telefonnummer und zwei Sätze reichen für den ersten Anruf.
- Leg fest, wie weit ein neuer Mann höchstens fahren soll. Das ist dein Umkreis für jede Anzeige.
Willst du danach Anzeigen schalten, lies vorher, was Mitarbeitergewinnung über Facebook und Instagram kostet. Gibt es den Beruf in deinem Umkreis kaum, sagen wir dir das im Erstgespräch, bevor ein Euro fließt.

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Häufige Fragen
Warum melden sich auf Stellenportalen kaum Gesellen?
Auf Portalen suchen vor allem Leute, die gerade aktiv eine Stelle wollen. Gute Gesellen haben meist einen Job und schauen dort gar nicht nach. Laut KOFA fehlten 2025 in 59 von 115 Handwerksberufen Fachkräfte, die Zahl der aktiv Suchenden ist also klein.
Wie groß sollte der Umkreis für eine Stellenanzeige sein?
In unseren Kampagnen sind es meist rund 30 Kilometer um den Betrieb. Auf dem Land darf es etwas mehr sein, in der Stadt weniger. Entscheidend ist, wie weit ein Monteur jeden Morgen fahren will.
Funktioniert das auch für Zimmereien, Metallbauer oder Schreinereien?
Ja. Der Weg ist in jedem Gewerk derselbe, nur Bilder und Fragen ändern sich. In unseren Kampagnen waren neben Anlagenmechanikern auch LKW-Fahrer und Stellen im Büro dabei.
Brauche ich für die Mitarbeitersuche eine neue Homepage?
Nicht zwingend. Die Anzeige holt die Leute, die Homepage zeigt ihnen, dass der Betrieb passt. Wichtig ist, dass die offene Stelle dort am Handy schnell zu finden ist.
Muss ich als Chef selbst in das Video?
Für einen Bewerber bist du der künftige Chef, er will dich sehen. Willst du nicht vor die Kamera, stehen deine Leute im Vordergrund und ein Kollege erzählt vom Alltag.
Was kostet die Suche über Facebook und Instagram?
Das Werbebudget legst du selbst fest, es geht direkt an Meta, die Höhe klären wir im Erstgespräch. Unser Honorar kommt dazu und steht nach dem Erstgespräch im Angebot. Die Einzelheiten stehen im Artikel über die Kosten der Mitarbeitergewinnung.
Quellen
- Zentralverband des Deutschen Handwerks: Fachkräftesicherung, 2026 · Zur Quelle
- KOFA / Institut der deutschen Wirtschaft: Fachkräftesicherung im Handwerk (KOFA Kompakt 7/2026), 2026 · Zur Quelle
- Bitkom: Digitalisierung des Handwerks 2025 (504 Betriebe, telefonische Befragung), 2025 · Studie als PDF
- HandwerksManufaktur: eigene Auswertung von 324 Erstgesprächen mit Handwerksbetrieben, 2026
- HandwerksManufaktur: Fallstudie Erwin Schmidt & Sohn und weitere Kampagnen, 2026 · Zur Seite















