Ein Shooting für die Website dauert meist anderthalb bis zwei Stunden, mit Drohne und Filmen für Anzeigen einen Tag. Der Preis hängt vor allem von Dauer, Anfahrt, Bearbeitung und Video ab. Achte darauf, dass dir alle Bilder mit den vollen Nutzungsrechten gehören. Baustellenbilder machst du am besten selbst mit dem Handy.
Brauchst du als Handwerker überhaupt einen Fotografen?
Für die Website und für Anzeigen lohnt er sich fast immer, weil Kunden und Bewerber an den Bildern erkennen, wer du bist und was du baust. Für die laufenden Bilder von der Baustelle reicht dein Handy. Beides zusammen ergibt den Bildbestand, den ein Betrieb braucht.
Die Lücke ist bei fast allen Betrieben dieselbe. In 26 von 81 Gesprächen über eine neue Website kamen Fotos, Video oder der Fotograf zur Sprache. Meist mit dem Hinweis, dass es keine aktuellen Bilder gibt, obwohl der Betrieb jede Woche Arbeit abliefert, die sich sehen lassen kann.
Bilder aus einer Bilddatenbank helfen wenig. Ein Kunde merkt, wenn das Bad auf deiner Seite nicht aus deinem Betrieb stammt, und ein Bewerber sieht dort nicht die Leute, mit denen er arbeiten würde. Wer Bilder aus einer Datenbank nutzt, braucht dafür außerdem eine bezahlte Lizenz.
Gute Bilder aus dem eigenen Betrieb arbeiten an vielen Stellen: auf der Website, in Anzeigen, in der Stellenanzeige, im Google-Profil und auf der Plane am Anhänger. Ein Shooting ist deshalb eine Anschaffung für Jahre.
„So viel Anlagen gebaut, wir machen aber nie Fotos.“
Inhaber, SHK-Betrieb
Wie läuft ein Shooting im Handwerksbetrieb ab?
Vorher wird eine Liste der Motive abgestimmt. Am Tag selbst fotografiert man zuerst Team und Fahrzeuge, solange alle da sind, dann die Arbeit und fertige Projekte, zum Schluss Drohne und kurze Interviews. Der Betrieb läuft dabei weiter, niemand steht länger vor der Kamera als nötig.
- Vorgespräch. Am Telefon klärst du, wofür die Bilder gebraucht werden: Website, Anzeigen, Stellenanzeige. Daraus entsteht die Motivliste.
- Team und Fahrzeuge. Das Teamfoto legst du an den Anfang oder das Ende des Arbeitstags, wenn alle im Betrieb sind.
- Arbeit und Projekte. Hände an der Arbeit, die Werkstatt, eine laufende Baustelle, ein fertiges Projekt.
- Drohne und Interview. Der Hof von oben, die Halle, eine große Baustelle. Dazu ein paar Sätze vom Chef, wenn Filme für Anzeigen entstehen sollen.
- Auswahl und Übergabe. Die besten Bilder werden bearbeitet und in voller Auflösung übergeben.
Für eine Website reichen meist anderthalb bis zwei Stunden. Sollen auch Clips für Anzeigen oder ein Film für die Startseite entstehen, planen wir einen ganzen Tag ein. Die Fragen fürs Interview schreiben wir vorher, auswendig lernen musst du nichts.
Die Drohne fliegt nur dort, wo es erlaubt ist und etwas zeigt. Über Wohngebieten und in Flugverbotszonen bleibt sie am Boden. Wie ein Drehtag bei uns aussieht, siehst du auf der Seite Foto und Video.
Was kostet ein Fotograf für Handwerker?
Das hängt vor allem von der Dauer vor Ort ab, dazu von Anfahrt, Bearbeitung, Video und Drohne und davon, ob dir die Nutzungsrechte ganz gehören. Freie Fotografen rechnen am Markt meist nach Stunden oder mit einem Tagessatz. Frag vorher genau, was im Preis steckt, sonst vergleichst du Angebote, die nicht vergleichbar sind.
Wir organisieren den Fotografen und stimmen die Motive auf die Seiten ab, die wir bauen.
Der wichtigste Posten ist der, den viele übersehen: die Nutzungsrechte. Gehören dir die Bilder nur für die Website, darfst du sie im Zweifel nicht in einer Anzeige oder auf einem Flyer verwenden. Bei uns gehören dir alle Fotos und Videos, und du bekommst sie nach der Fertigstellung zugeschickt.
| Posten | Was es bedeutet | Frag nach |
|---|---|---|
| Dauer vor Ort | Stunden oder ganzer Tag | Wie viele Motive schafft ihr in der Zeit? |
| Anfahrt | Fahrzeit und Kilometer | Ist die Anfahrt im Preis? |
| Bearbeitung | Auswahl, Licht, Farbe, Zuschnitt | Wie viele bearbeitete Bilder bekomme ich? |
| Video und Drohne | Clips, Interview, Luftaufnahmen | Ist der Schnitt dabei, und wer fliegt die Drohne? |
| Nutzungsrechte | Wo du die Bilder verwenden darfst | Darf ich alles für Website, Anzeigen, Stellenanzeige und Druck nutzen? |
Was musst du vor dem Shooting vorbereiten?
Kläre, wofür die Bilder gebraucht werden, und leg danach die Motive fest. Sag dem Team Bescheid, räum Halle und Fahrzeuge auf und plane ein, eine laufende Baustelle oder ein fertiges Projekt zu zeigen. Mehr brauchst du nicht, den Rest übernimmt der Fotograf.
- Motivliste mit dem Fotografen abstimmen, am besten am Telefon.
- Einen Tag wählen, an dem möglichst viele im Betrieb sind.
- Arbeitskleidung mit Logo bereitlegen, Fahrzeuge waschen.
- Ein Projekt beim Kunden anfragen, das gezeigt werden darf.
- Mitarbeiter vorher fragen, wer aufs Foto will.
Den letzten Punkt fragen viele nach. Frag deine Mitarbeiter vorher, ob sie auf Bilder für Website und Anzeigen wollen, und hol dir das schriftlich. Auf der Website stehen dann meist nur Vorname und Position. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du deine Handwerkskammer.
Dasselbe gilt für Bilder beim Kunden: Frag vorher, ob du sein Bad oder sein Haus zeigen darfst. Hausnummer und Autokennzeichen gehören nicht aufs Bild.
„Muss ich da den Mitarbeiter fragen, ob der das möchte? Weil was ist da wieder so ein Datenschutzkack?“
Inhaber, SHK-Betrieb, vor dem Shooting
Welche Bilder kannst du selbst mit dem Handy machen?
Baustellenbilder machst du am besten selbst. Vorher und nachher, immer aus derselben Position. Gib dem Lehrling den Auftrag, auf jeder größeren Baustelle ein paar Bilder zu machen. Nach einem halben Jahr hast du für jede Leistung eine Galerie, für die kein Fotograf kommen musste.
Für eine Galerie reichen fünf, sechs gute Bilder je Leistung. Wichtiger als die Menge ist, dass man die Arbeit erkennt. Gut die Hälfte der Seitenaufrufe in Deutschland kommt laut Statcounter vom Handy, deine Bilder werden also oft klein angesehen. Geh deshalb nah ran und lass wenig Hintergrund.
- Querformat für die Website, Hochformat für Instagram und Anzeigen.
- Tageslicht nutzen, Blitz aus.
- Vorher kurz aufräumen, Eimer und Verpackung gehören nicht ins Bild.
- Vorher und nachher aus demselben Winkel fotografieren.
- Ein Detail aus der Nähe, zum Beispiel eine Fuge, eine Verbindung oder eine Armatur.
So ergänzen sich Fotograf und Handy. Der Fotograf macht die Bilder, die du selbst nicht hinbekommst: Team, Porträts, Drohne und Filme. Die laufenden Projekte zeigst du selbst, zum Beispiel auf Instagram und Facebook. Ob du dort sein musst, steht im Artikel Musst du als Handwerker auf Instagram sein?
Was machst du mit den Bildern nach dem Shooting?
Leg sie so ab, dass jeder im Betrieb sie findet, und nutz sie überall, wo dein Betrieb auftaucht. Ein Ordner je Leistung, einer fürs Team, einer für Fahrzeuge und Halle. Wer eine Stellenanzeige oder ein Angebot schreibt, greift dann auf dieselben Bilder zurück.
- Website. Ein Bild aus dem Betrieb ganz oben auf der Startseite, dazu eine Galerie je Leistung.
- Google-Profil. Fotos vom Team und von fertigen Projekten hochladen. Mehr dazu im Artikel zum Google-Unternehmensprofil.
- Stellenanzeige. Ein Teamfoto zeigt Bewerbern, mit wem sie arbeiten würden.
- Angebote. Ein Projektbild im Angebot zeigt dem Kunden, was er bekommt.
Die Filme aus dem Shooting sind vor allem für Anzeigen gedacht. Ein kurzer Clip, in dem der Chef erklärt, was der Betrieb macht, ist das Material, aus dem Anzeigen für Kunden und Bewerber entstehen. Ein Foto kann das nur zum Teil.
Heb die Originale in voller Auflösung auf, auch wenn du heute nur einen Teil nutzt. Für ein Banner am Bauzaun oder die Plane am Anhänger brauchst du sie später groß.

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Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Shooting im Betrieb?
Für eine Website meist anderthalb bis zwei Stunden. Sollen auch Filme für Anzeigen oder die Startseite entstehen, mit Drohne und Interview, planen wir einen ganzen Tag ein. Der Betrieb läuft dabei weiter.
Wem gehören die Fotos nach dem Shooting?
Das regelt der Vertrag mit dem Fotografen, deshalb vorher fragen. Bei uns gehören dir alle Fotos und Videos mit den vollen Nutzungsrechten, du bekommst sie nach der Fertigstellung zugeschickt.
Muss ich selbst vor die Kamera?
Nein. Ein Bild vom Chef macht den Betrieb greifbar, Pflicht ist es aber nicht. Viele stehen nur beim Teamfoto mit drauf und überlassen den Rest ihren Leuten.
Reichen meine Handyfotos für die Website?
Für Galerien mit Projekten oft ja, wenn sie scharf und aufgeräumt sind. Für Startseite und Teamfotos lohnt sich ein Fotograf, weil diese Bilder als Erstes gesehen werden.
Wie oft brauche ich ein neues Shooting?
Wenn sich das Team oder der Betrieb sichtbar verändert hat, zum Beispiel neue Halle, neue Fahrzeuge oder neue Leute. Laufende Projekte ergänzt du zwischendurch mit dem Handy.
Quellen
- Statcounter: Anteil Mobil, Desktop und Tablet in Deutschland, August 2026, 2026 · statcounter.com
- Bitkom: Digitalisierung des Handwerks 2025, Studienbericht (n = 504), 2025 · bitkom.org
- HandwerksManufaktur: eigene Auswertung von 81 Gesprächen über eine neue Website, 2026















