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Meine Kunden kommen über Empfehlung. Wozu brauche ich eine Website?

Empfehlung ist dein stärkster Weg zu Aufträgen. Warum Kunden und Bewerber trotzdem erst im Internet nachschauen, bevor sie anrufen.

Noah SeelauNoah Seelau · Gründer, seit 2019 nur HandwerkAktualisiert 29.09.20267 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Empfehlung ist der stärkste Weg zu neuen Aufträgen, und daran ändert eine Website nichts. Sie hilft danach: Wer dich empfohlen bekommt, schaut meist erst im Internet nach, bevor er anruft. Dort entscheidet sich, ob der gute Eindruck hält. Dazu kommen Bewerber und die Aufträge, für die dich noch niemand empfiehlt.

23 von 33
In 23 von 33 Website-Gesprächen kamen die Aufträge des Betriebs vor allem über Mundpropaganda oder Stammkunden.Quelle: Eigene Auswertung von 324 Erstgesprächen, 2026
97 %
der befragten Verbraucher lesen Bewertungen, bevor sie einen Betrieb vor Ort beauftragen.Quelle: BrightLocal, Local Consumer Review Survey 2026
94 %
der Handwerksbetriebe in Deutschland haben eine eigene Website.Quelle: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks 2025

Wozu eine Website, wenn die Aufträge über Empfehlung kommen?

Die Website ersetzt die Empfehlung nicht, sie bestätigt sie. Der Nachbar nennt deinen Namen, und bevor jemand anruft, tippt er ihn bei Google ein. Was er dort sieht, entscheidet, ob er sich meldet oder beim nächsten Namen weitermacht.

Wie stark Empfehlung im Handwerk trägt, sehen wir in unseren Gesprächen jeden Tag. In 23 von 33 Gesprächen zur Website kamen die Aufträge vor allem über Mundpropaganda oder Stammkunden. Nur 5 Betriebe nannten Google oder die eigene Seite als Hauptquelle.

Das ist eine gute Nachricht. Wer so arbeitet, hat einen Ruf, und den musst du dir nicht erst kaufen. Die Seite hat dann eine klare Aufgabe: Sie soll zeigen, was der Nachbar schon erzählt hat.

Dazu kommt, wie Empfehlungen heute weitergegeben werden. Oft schickt jemand deinen Namen oder einen Link in den Familienchat, und der Empfänger tippt drauf, bevor er dich überhaupt anruft. Führt der Link ins Leere oder auf eine Seite, die seit Jahren keiner angefasst hat, verpufft die beste Empfehlung.

Schauen empfohlene Kunden vorher im Internet nach?

Ja, fast immer. In einer Umfrage von BrightLocal (2026) gaben 97 % der Verbraucher an, Bewertungen zu lesen, bevor sie einen Betrieb vor Ort beauftragen. Die Umfrage stammt vor allem aus den USA und Großbritannien, das Verhalten kennen die Betriebe hier aber genauso.

Geschaut wird meist am Handy. Laut Statcounter liefen im August 2026 in Deutschland 50,89 % der Seitenaufrufe über Mobilgeräte. Der Kunde steht also auf der eigenen Baustelle oder sitzt abends auf dem Sofa und scrollt durch deine Seite.

Dazu kommt ein Vergleich, den keiner laut ausspricht. Laut Bitkom haben 94 % der Handwerksbetriebe eine eigene Website. Wer keine hat oder eine von 2012, fällt auf, auch wenn die Empfehlung stimmt.

50,89 %
der Seitenaufrufe in Deutschland liefen im August 2026 über Handy und Mobilgeräte.Quelle: Statcounter, August 2026

„Mit Sicherheit, bevor dir einer bei uns irgendwie aufschlägt, der wird sich informieren, was treiben die da?“

Inhaber, Metallbau

Wo kommt Empfehlung nicht hin?

Empfehlung bringt dir Kunden, die jemanden kennen, der dich kennt. Bei drei Gruppen reicht dieser Weg oft nicht bis zu dir: bei Bewerbern, bei neuen Orten und bei der Arbeit, von der du mehr willst.

Am deutlichsten ist es bei Mitarbeitern. Der ZDH schätzt rund 250.000 offene Stellen im Handwerk. Ein Monteur, der wechseln will, fragt selten den Nachbarn, er schaut sich die Betriebe im Umkreis im Internet an. Mehr dazu steht im Artikel Gesellen und Monteure finden.

Von den 26 Betrieben, die Empfehlung in unseren Gesprächen als Hauptquelle nannten, sprachen 13 die Grenzen selbst an. Meist ging es um Leute, um junge Kunden, die zuerst online schauen, und um den Auftritt nach außen.

Ähnlich ist es bei neuen Orten. Deine Empfehlungen wandern dahin, wo du schon gearbeitet hast. Willst du in der Nachbarstadt mehr Aufträge, oder mehr von einer bestimmten Arbeit, hilft eine Seite, die genau diese Leistung für genau diesen Umkreis zeigt.

Wer schaut sich deine Seite an, bevor er sich meldet?
WerWas er suchtWas deine Seite zeigen muss
Empfohlener KundeOb der Name hält, was der Nachbar erzähltFotos aus deinem Betrieb, Bewertungen, Telefonnummer ganz oben
Kunde aus dem NachbarortWer die Leistung in seiner Nähe machtEine Seite je Leistung, mit Ort
BewerberWie es sich bei dir arbeitetTeam, Fahrzeuge, Baustellen, eine Karriereseite
Kunde für ein größeres ProjektOb du so etwas schon gemacht hastReferenzen mit Bildern und kurzer Beschreibung
Nachfolger oder KäuferWie der Betrieb dastehtKlarer Auftritt, aktuelle Inhalte

„Die jungen Leute schauen, bevor sie mit irgendjemandem reden, schneller ins Internet. Und das ist jetzt vielleicht bei meiner Seite nicht so ansprechend.“

Inhaber, Zimmerei, Oberbayern

Was muss auf die Seite, damit sie die Empfehlung stützt?

Die Seite muss in wenigen Sekunden bestätigen, was der Nachbar erzählt hat. Dafür reichen die Dinge, nach denen ein Kunde am Handy sucht:

  • Fotos aus deinem Betrieb. Deine Leute, deine Baustellen, deine Fahrzeuge. Ein Stockfoto erkennt jeder.
  • Was du machst, in einem Satz. Gewerk und Umkreis ganz oben.
  • Eine Seite je Leistung. Damit auch der Kunde aus dem Nachbarort dich findet.
  • Telefonnummer im ersten Bild. Wer empfohlen wurde, will anrufen, nicht suchen.
  • Bewertungen. Laut Bitkom sehen 72 % der Handwerksbetriebe in Online-Bewertungen eine große Chance für neue Aufträge. Wie du daran kommst, steht im Artikel zum Google-Unternehmensprofil.
  • Eine Karriereseite, wenn du Leute suchst.

Wie wir das für Betriebe bauen, siehst du auf der Seite Websites.

72 %
der Handwerksbetriebe sehen in Online-Kundenbewertungen eine große Chance für neue Aufträge.Quelle: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks 2025

Wie prüfst du, was ein empfohlener Kunde über dich findet?

Mach den Test selbst, am Handy, in fünf Minuten. Tipp deinen Betriebsnamen bei Google ein und schau dir an, was ein Fremder sieht. Dann such nach deinem Gewerk und deinem Ort, so wie ein Kunde aus dem Nachbarort.

  1. Google-Eintrag: Stimmen Telefonnummer und Öffnungszeiten? Wie viele Sterne, und wie alt ist die letzte Bewertung?
  2. Link zur Website: Ist sie im Google-Eintrag verlinkt? Ein Betrieb hat uns erzählt, dass unter seinen Bewertungen gar keine Website hinterlegt war.
  3. Ladezeit: Ist die Seite nach drei Sekunden da, oder schaust du auf eine weiße Fläche?
  4. Anrufen: Kannst du die Nummer antippen und direkt anrufen?
  5. Fotos: Erkennst du deinen Betrieb, oder siehst du fremde Bilder?
  6. Gewerk plus Ort: Stehst du auf der ersten Seite, oder der Betrieb zwei Orte weiter?

Fällt dir bei zwei oder mehr Punkten etwas auf, sieht der empfohlene Kunde es auch. Wie du entscheidest, ob du die alte Seite aufbesserst oder neu machst, steht im Artikel Homepage veraltet: neu oder Baukasten?

Lohnt sich das für einen Betrieb, der eh voll ist?

Für viele Betriebe lohnt es sich gerade dann, weil es um die richtigen Aufträge und die richtigen Leute geht. Die meisten Betriebe, mit denen wir reden, sind ausgelastet. Die Frage ist, womit.

Ein Beispiel aus der Mitarbeitergewinnung: Bei Erwin Schmidt & Sohn kamen in vier Wochen 25 Bewerbungen, die Stelle ist besetzt. Das ist ein Einzelfall und kein Versprechen, zeigt aber, was möglich ist, wenn Bewerber eine Seite finden, die zeigt, wie es im Betrieb aussieht.

Und wer voll ist, kann wählerischer sein. Eine Seite, die deine größeren Arbeiten zeigt, zieht eher die Anfragen an, die du haben willst. Kleinkram kommt ohnehin, oft über dieselben Empfehlungen.

Der Aufwand für dich als Chef bleibt klein: ein Formular, ein Gespräch, ein Termin für Fotos. Texte schreiben wir aus deinen Angaben.

Der Preis ist einmalig und liegt im vierstelligen Bereich. Die genaue Zahl steht nach dem Erstgespräch im Angebot, weil sie vom Umfang abhängt.

Noah Seelau

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Häufige Fragen

Reicht eine einfache Seite mit Telefonnummer?

Für den Anfang ist sie besser als keine. Sie bestätigt aber wenig: Ohne Fotos und Bewertungen sieht der Kunde nur, dass es dich gibt, nicht, wie du arbeitest. Für Bewerber reicht sie meist nicht.

Verliere ich meine Stammkunden, wenn ich online sichtbar bin?

Nein. Stammkunden rufen weiter an wie bisher. Die Seite richtet sich an die, die dich noch nicht kennen oder dich gerade empfohlen bekommen haben.

Brauche ich Social Media, wenn ich eine Website habe?

Nicht zwingend. Die Website ist der Ort, an dem Kunden und Bewerber nachschauen. Social Media ist ein zusätzlicher Weg, den nicht jeder Betrieb braucht.

Wie aktuell muss die Seite sein?

Die Grunddaten müssen stimmen: Leistungen, Telefonnummer, Team, Fotos. Ein paar neue Referenzbilder im Jahr reichen, damit die Seite nicht verlassen wirkt.

Reicht ein Eintrag bei Google ohne eigene Website?

Er ist ein guter Anfang, weil er Karte und Sterne zeigt. Für Bewerber und für größere Aufträge fehlt dort aber der Platz: keine Seite je Leistung, kaum Fotos vom Team, keine Referenzen mit Beschreibung. Beides zusammen wirkt am stärksten.

Was kostet so eine Website?

Bei uns einmalig und im vierstelligen Bereich. Die genaue Zahl hängt vom Umfang ab und steht nach dem Erstgespräch im Angebot.

Quellen

  1. Bitkom: Digitalisierung des Handwerks 2025 (Studienbericht), 2025 · Link
  2. BrightLocal: Local Consumer Review Survey 2026, 2026 · Link
  3. Statcounter: Desktop vs. Mobile vs. Tablet, Deutschland, 2026 · Link
  4. ZDH: Fachkräftesicherung im Handwerk, 2026 · Link
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